Folge 26 - Macht

Shownotes

Macht ist schwer zu greifen und noch schwerer zu erklären. Für manche ist sie Antrieb, für andere Abgrund.

In Teil zwei unserer vierteiligen Reihe begeben wir uns mitten ins Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht. Zwei Songs, entstanden in völlig unterschiedlichen Epochen – 1896 und 1968 – erzählen von genau diesem Gefühl: dem Ausgeliefertsein. Und doch öffnen sie Türen.

Denn in beiden steckt mehr als Ohnmacht. Sie zeigen Wege hinaus – hin zu Selbstermächtigung, innerer Stärke und Freiheit.

Eine Folge über Gegensätze, die sich nicht ausschließen, sondern einander bedingen. Und darüber, wie aus scheinbarer Schwäche plötzlich Kraft wird.

Hosts: Franziska Staubach (Fanny) und Frederik Schauhoff (Frodo)

Lasst gerne eine Bewertung und Kommentare da und folgt uns auf Instagram: https://www.instagram.com/songs.of.history

VORSICHT SPOILER!

Verwendete Musik

James Brown: Say it loud - I’m black and I’m proud Autor*innen: James Brown, Alfred Ellis Produzent: James Brown Label: King, 1968

Johannes Brahms: Ich wandte mich und sahe an (1896) Text: Martin Luther aus der Bibel: Kohelet/Prediger 4, 1-3 → https://www.lieder.net/lieder/get_text.html?TextId=17716 Aufnahme von Frederik Schauhoff, Bariton und Franziska Staubach, Klavier (2026)

Transkript anzeigen

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Songs of History.

00:00:15: Deinem Podcast,

00:00:16: wenn du Musik liebst und die Geschichte dahinter entdecken möchtest!

00:00:20: Wir sind Fanny...

00:00:21: ...und Frodo.

00:00:22: Zwei Musikerinnen aus Köln.

00:00:24: Jede Folge widmen wir uns hier einem neuen Thema, so dem wir zwei passende Songs für euch rausgesucht haben.

00:00:30: Einen modernen und einen aus längst vergangener Zeit.

00:00:33: Wir tauchen ein in Schicksale, Emotionen und die Geschichten, die diese Werke lebendig machen.

00:00:39: Und zeigen dass man trotz des zeitlichen Abstands häufig mehr Ähnlichkeiten zwischen den Niedern findet als man vielleicht vermuten

00:00:47: mag.

00:00:47: Hier brauchst du kein Vorwissen hier geht's auch nicht nur um bestimmte Musik.

00:00:51: Hier bist Du einfach richtig wenn Du Songs und Geschichten liebst und Neues entdecken

00:00:56: willst.

00:00:57: Los geht´s Geht ja gut los hier.

00:01:09: Heißt doch so, oder?

00:01:11: Ja.

00:01:12: Wenn man so drüber nachdenkt ist das irgendwie auch nicht falsch würde ich schon auch sagen aber was für dich macht?

00:01:18: also wir haben ja als wir hier uns getroffen haben es ein bisschen gefachsimpelt ob Macht nicht schon ist wenn man sein Leben so gestalten möchte wie man es

00:01:31: haben

00:01:31: möchte ob dass nicht auch schon Macht is.

00:01:34: Das heißt sozusagen, andere Leute dazu zu bringen der eigenen Anschauung zu folgen und im Zweifel auch das zu wollen was man gerade möchte.

00:01:41: Wenn man es schafft Menschen dazu zu bringen, meinst du das?

00:01:44: Ja, dass ist jetzt so ziemlich intensiv schon formuliert.

00:01:49: aber ein bisschen sein Umfeld seine Umwelt zu formen wie man es haben möchte also durchs Leben zu gehen wie man das haben möchte Ist das schon Macht.

00:01:58: Man braucht auf jeden Fall dafür eine Macht, wenn man das ... Eine gewisse Art von Macht würde ich schon sagen.

00:02:04: Wenn man das schafft!

00:02:05: Ich finde es super schwierig abzukrenzen.

00:02:07: zur Selbstbestimmung in dem Fall.

00:02:10: Ja

00:02:11: Es gibt so von organisatorischen Ökonomen und Soziologen verschiedene Definitionen zum Beispiel Folgende von einem Henry Minnsberg macht ist die Fähigkeit organisatorische Ergebnisse zu bewirken oder zu beeinflussen.

00:02:28: Allgemeiner gesprochen.

00:02:30: Von drei anderen Wissenschaftlerinnen macht es die Fähigkeit von A, B dazu zu bringen etwas zu tun was er ansonsten nicht getan hätte.

00:02:38: Ui!

00:02:39: Aber das ist schon... Also sehr negativ.

00:02:42: quantitiert ihr auch ne?

00:02:43: Weiß

00:02:44: ich gar nicht.

00:02:44: Findest du's so negativ?

00:02:46: also ja man könnte sagen man bringt Personen.

00:02:48: aber ich meine so.

00:02:49: es ist ja.

00:02:50: im Alltag gibt´s doch auch diese Situation keine Ahnung was welchen Film gucken wir.

00:02:56: Du hast eine Präferenz, ne andere Person hat ne andere Präference und du setzt dich durch.

00:03:01: Das ist schon ne Form von Macht.

00:03:02: wenn du dich durchsetzt mit deinem Filmwunsch aus welchem Grund auch immer kann ja verschiedenste Gründe haben entweder weil du gefühlt dran bist oder weil du die besseren Argumente mitbringst, warum der Film jetzt besser passt.

00:03:14: Oder den besseren Geschmack!

00:03:16: So.

00:03:16: aber das ist ja eine Form von Macht irgendwie, oder?

00:03:18: Ja es ist schlimm, aber da fängt das schon an vielleicht.

00:03:22: Weil ich habe überlegt also wann fühlt man sich mächtig?

00:03:25: Wann fühlst Du Dich mächtigt im sei es im Alltag, sei es in besonderem Situationen?

00:03:32: Ich fühle mich mächtige wenn ich mich sehr frei fühle.

00:03:36: Das gehört für mich zusammen.

00:03:37: Also Freiheit ist vielleicht das mächtigste Gefühl, dass es gibt.

00:03:42: und Freiheit wirklich in dem Sinne, dass ich das Gefühl habe... Ich vermag!

00:03:47: Da gibts ja dieses Wort, dass man da so schön sagen kann.

00:03:50: Ich vermage Dinge zu tun.

00:03:52: Es hat nämlich denselben Wortstamm, da gehe ich gleich noch darauf ein.

00:03:55: Ich vermarke einfach das zu tun was ich geradefür richtig halte Und nichts und niemand kann mich daran hindern.

00:04:03: Da fühle ich mich wirklich mächtigt.

00:04:05: du

00:04:06: Voll spannend, weil ich habe ganz lange gebraucht zu überlegen was fühle ich überhaupt?

00:04:13: Also Macht ist ja in dem Sinne kein Gefühl.

00:04:16: Was is macht überhaupt?

00:04:18: Fand ich ganz schwierig zu greifen weil ich in Situationen dann auch eher immer zum Entschluss gekommen bin dass Macht eigentlich viel mehr Stärke ist oder Selbstbestimmung Freiheit aber Machtgefühl ist für mich auch ist immer negativ konnotiert Und ich finde das schwierig.

00:04:37: Also, ich fand es schwierig, was dafür zu finden wo ich mich wirklich mächtig fühle.

00:04:42: aber ich bin dann nach längerem überlegen auch zum Entschluss gekommen dass macht eigentlich Freiheit voraussetzt.

00:04:50: damit können wir die Folge jetzt beenden

00:04:55: und das Schlimme war auf der Suche.

00:04:57: wenn ich mich mächtige fühle sind mir zig tausend Dinge eingefallen.

00:05:03: Ohnmächtig fühle, viel einfacher zu beantworten.

00:05:07: Geht es dir auch so?

00:05:08: Geht mir auch so, würde ich auch sagen.

00:05:10: Wir sind uns heute total einig!

00:05:12: Ja das ist ja auch das Spannende zur... Also das ist wirklich ein Gegenpaar.

00:05:16: Das muss irgendwie existieren.

00:05:17: ne da wo Macht existiert existiert gleichzeitig auch Ohnmacht und deswegen hat das ja auch irgendwie alle Menschen immer schon wieder.

00:05:25: also sämtliche Theoretiker in dieser In dieser Welt haben sich durch die Philosophie-Geschichte und soziologische politikwissenschaftliche Geschichte in dieser Auseinandersetzung immer gefragt, okay wie ortet man dieses Verhältnis jetzt an von Macht und Unmacht?

00:05:44: Weil eben vollkommen klar ist wo es was Mächtiges gibt muss es auch etwas Unmächtiges geben.

00:05:50: Und was ist dann... Wie organisiert man das?

00:05:53: dass es trotzdem fair bleibt?

00:05:55: Ich glaube das ist ja ein ewiges Austarieren zu dem man wahrscheinlich auch nie eine wirkliche Antwort findet.

00:06:01: Das heißt für dich ist es aber nicht was per se Negatives,

00:06:05: Macht?

00:06:06: Ich halte es etwas für was wirklich den Menschen eigenes oder was.

00:06:11: das heißt wahrscheinlich noch nicht mal nur den Menschen.

00:06:13: Es gibt ja auch im Tierreich Macht, es gibt ja da Alphatiere und Tiere die sich fügen müssen.

00:06:19: Also irgendwie ist es... es gibt immer diese Anlage von okay irgendwer führt und andere lassen sich führen.

00:06:31: Und am besten ist es natürlich, wenn man da schafft das die Balance zumindest so zu kriegen dass die Person die gerade führt jetzt nicht allmächtig wird.

00:06:40: Weil dann wird es schwierig im Zweifel weil dann ist es schwierig die personen noch zu kontrollieren.

00:06:46: aber natürlich allein aus praktikablen gründen.

00:06:48: ich meine wir kennen es doch alle in so gruppen.

00:06:50: man isst auch manchmal froh wenn eine persone mal was entscheidet.

00:06:53: welches restaurant nehmen wir jetzt?

00:06:55: Zum Glück hat sich eine Person jetzt mal entschieden und da einfach mal ein Tisch reserviert.

00:07:00: Das ist ja eine Grundsache von Macht, die nimmt die Macht an sich und entscheidet für die Gruppe aus dem eigenen Willen – das machen wir jetzt so!

00:07:12: Und deswegen finde ich es erst einmal nicht negativ.

00:07:14: Es gibt natürlich ganz viele negative Auswirkungen von Macht darüber, warum wir auch nicht drum herum reden.

00:07:20: Ich meine ja gut, wenn man auch in die Natur schaut.

00:07:23: Allein Naturgewalten.

00:07:25: Natur... ich weiß nicht ob man Naturmächte sagen kann aber das sieht man es ja im Prinzip aus und dass wir uns derer beugen müssen.

00:07:31: Absolut!

00:07:32: Und das ist zum Beispiel auch die Sache eigentlich wo ich mich komplett ohnmächtig fühle.

00:07:38: Den Naturgegenüber.

00:07:42: Zu Recht möchte ich sagen.

00:07:47: Ja, es ist irgendwie spannend.

00:07:48: Gibt's für dich Berufe die mächtig sind?

00:07:53: Also wirklich berufe jetzt nicht gekoppelt an Politiker beispielsweise, die wir haben...

00:07:59: Also was ja immer mit Macht auch zusammenhängt oder häufig zusammenhinkt, ist die Frage von Macht und Gewalt.

00:08:05: Weil wir haben ja dann beispielsweise auch ein Gewaltmonopol in der Form das wir gesagt haben.

00:08:12: okay In unserem heutigen Rechtsstaat ist die Grundprämisse, die wir sagen.

00:08:17: Ist erst mal Gewalt ausüben darf nur der Staat und niemand anderes also nur Die staatliche Polizei beispielsweise Darf gewalt anwenden und wenn eine andere Person Gewalt anwendet dann ist das Unrecht So dass es ja eine Einigung auf die gemacht wurde.

00:08:33: deswegen sind natürlich Leute in diesen Berufen haben mehr Macht in ihrem Recht Gewalt ausüben zu dürfen, sagen wir so.

00:08:41: Die aber natürlich dann auch dazu führt dass diese Macht auch missbraucht werden kann und das immer schwierig ist es genau dann so zu finden.

00:08:47: okay bis wohin ist denn der legitime Punkt?

00:08:50: Und wo hört er auf?

00:08:52: Und an dem Punkt wo eben Macht überhand nimmt und ausgenutzt wird kommt eben die Frage der Selbstbestimmung wieder auf.

00:09:03: und da gibt ein Künstler Eigentlich für, dafür steht und...

00:09:10: Nur ein?

00:09:13: Fand ich staubach.

00:09:15: Wir haben nur eine einzige Person.

00:09:16: Ein

00:09:16: Künstler.

00:09:17: der Satz muss noch fortgeführt werden!

00:09:19: Okay.

00:09:20: Ein künstler, der in seinem Genre wirklich eigentlich die Person ist, die als erstes in den Sinn kommt gründer und Vorbild für beispielsweise Michael Jackson.

00:09:35: Es handelt sich um einen Künstler, der den Spitznamen ... Der hatte zwei ganz bekannte Spitzname.

00:09:43: Godfather of Soul oder Mr.

00:09:46: Dynamite?

00:09:48: Ich weiß nicht, was bei dir schon klingelt.

00:09:50: In Godfather

00:09:51: Of Soul habe ich jetzt eine Tendenz.

00:09:54: Soll ich die sagen?

00:09:55: Ja!

00:09:56: Es geht Garantid.

00:09:57: und James

00:09:58: Brown?!

00:09:58: Das

00:09:58: gibt es ja nicht.

00:09:59: okay gut also das

00:10:01: ... James Brown!

00:10:02: Ich kenne Boah, wenn ich so überlege... Ja.

00:10:06: I feel good!

00:10:08: Das ist auf jeden Fall James Brown?

00:10:10: Ja.

00:10:10: Das ist aber

00:10:10: nicht der Song.

00:10:11: Boah ansonsten

00:10:12: weiß ich aber wenig Lidia glaube

00:10:14: ich.

00:10:14: Das war ein bisschen zu optimistisch für das Thema.

00:10:17: Vielleicht.

00:10:19: Wäre auch spannend was du mir dazu dann erzählst.

00:10:23: Okay, was von James Brown, was kenne ich denn von James brown?

00:10:25: Boah ich glaub da muss sich tatsächlich passen.

00:10:28: Das is so jemand, der hat eine so unverkennbare Stimme also vor allem diese Geilen Schreie, würde ich fast sagen.

00:10:37: Die der dann in diesem hohen Register dann so reinsetzt.

00:10:41: Das finde ich ist so wahnsinnig charakteristische Stimme.

00:10:46: Wahnsinnig karakteristisch Musik.

00:10:50: Weißt du denn welche Genre?

00:10:52: In welcher Genre er eingeordnet wird?

00:10:56: Ich hätte jetzt Soul gesagt!

00:10:57: Ist das nicht

00:10:57: richtig?!

00:10:58: Ja, es geht vielleicht... Es ist eigentlich mehr Funk.

00:11:04: Ah okay

00:11:05: ja Wenn du seine Lieder hörst, ich hab mich jetzt so ein bisschen mehr im Zuge der Vorbereitung mit seiner Musik auseinandergesetzt und ich dachte am Anfang schon Mensch irgendwie mir fehlen da die Melodie.

00:11:17: Mir fehlt da manchmal wirklich was.

00:11:19: es ist sehr vom Rhythmus getrieben und sehr einfach gehalten und vor allen Dingen also einfach im Sinne von so einfach dass der Text wirklich präsent dasteht jetzt nicht durch Melodien oder sowas überladen wird und ablenkt.

00:11:37: Und das ist bei dem Stück ganz extrem so, dass es schafft, dass diese Macht von der wir sprechen im Sinne von Wir sind stärker als die anderen im Sinne der Selbstbestimmung dieser Bewegung, in Sinne der Würde, dass das wirklich durch den Text unglaublich stark transportiert wird.

00:12:02: Lies mal eine Textstelle auf Englisch vor.

00:12:15: Also wir wurden kritisiert, verachtet und schlecht behandelt aber wir können nicht aufhören bis wir unseren Anteil bekommen.

00:12:29: Black and proud.

00:12:31: Ich wollte gerade sagen geht's um die Bürgerrechtsbewegung, das klingt sehr danach.

00:12:34: I'm black and i'm proud.

00:12:36: Kennst du nicht?

00:12:37: Kenne ich nicht?

00:12:38: nee.

00:12:38: Sagt mich jetzt per se nichts aber ich kann mir das vorstellen.

00:12:42: von meinem Nächster ist ja auch genau aus dieser Hochzeit der Sechzigerjahre.

00:12:45: Ja genau, in der Zeit der Bürgerreichtsbewegungen in den USA und Der Song stand also gab

00:12:53: vielen

00:12:54: Menschen eben Aus seiner Community ein Gefühl Stolz und Selbstbewusstsein.

00:13:03: Sie fragen, ob das ein Gefühl von Macht ist oder vielmehr diese Form von Selbstermächtigung statt Opferrolle?

00:13:15: Dir aber würde ich auch sagen also ist eine gute frage und ich wird aber noch ergänzen dazu dir irgendwie am anfang immer von von macht steht.

00:13:23: Also das ist ja auch die spannende sache finde, wenn du wir haben dieses jahr zw.

00:13:29: Unabhängigkeit der usa beispielsweise dir der erste start war Die damals aus der aufklärung heraus quasi gesagt haben okay?

00:13:37: Wir bauen jetzt einen einen demokratischen Staat auf mit Gewaltenteilung und die quasi genau sich diese Macht eben genommen haben.

00:13:45: Und wo dann ja auch später die Verfassung losgeht, mit diesem großen We the people?

00:13:49: Und genau das sagt...und die er gleichzeitig immer diesen Geburtsfehler hatte von zutiefstrassistisch, weil gemeint waren nur weiße Männer.

00:13:58: im Endeffekt mit we the people.

00:14:00: Und die jährliche schwarze Menschen, die eben immer schon ein Großteil in der USA natürlich ausgemacht haben waren am Anfang Sklaven und später dann auch nach Abschaffung der Sklaverei alles andere als gleichberechtigt.

00:14:12: Dieser Geburtsfehler ist ja mit der Bürgerrechtsbewegungen nicht komplett behoben worden.

00:14:16: da gibt es noch heute natürlich immer noch große Probleme.

00:14:18: aber das war ja genau so einen Punkt und deswegen ist ja diese Selbstermächtigung denn der der Schwarzen Menschen in den fünftiger, sechziger Jahren so unglaublich ... Powervoll finde ich wenn ich das heute draufgucke.

00:14:32: Wenn man sich überlegt was die dann für einen Mut auf sich genommen haben zu sagen nein jetzt hört der ganze Scheißhema auf Ich bin genauso wert und ich habe dieselben Rechte.

00:14:44: Und deswegen würde ich schon sagen natürlich ist es eine Selbstermächtigung um eben an die Macht zu kommen.

00:14:50: Und denkst du da?

00:14:51: Wenn wir jetzt über über das Ziel von Macht sprechen.

00:14:55: Ist es dann Kontrolle zu erlangen oder ist das Ziel, von Kontrolle Macht zu bekommen?

00:15:03: Also schon Kontrolle in Form von Teilhabe würde ich sagen.

00:15:06: also im politischen Sinne geht es natürlich immer darum wenn man versucht an die Macht zu kommen mit einer Idee mit seiner eigenen Vorstellung an die macht zu kommen dass man natürlich schafft in die Institutionen zu kommen um gestalten und damit teilhaben zu dürfen an der Gestaltung einer Gemeinschaft.

00:15:26: Dass es natürlich Kontrolle bekommen wollen, aber im Endeffekt ja irgendwie ist das schon immer verrückt.

00:15:31: Der Mensch strebt immer danach.

00:15:33: Warum eigentlich?

00:15:35: Also strebst du auch danach?

00:15:39: Also wenn wir das runterbrechen auf die kleinen Sachen natürlich immer wieder also mal füge ich mich auch gerne der Macht von anderen Leuten.

00:15:45: Ich würde jetzt nicht sagen dass das jetzt, dass sich exklusiv macht in jeder jeglicher Situation haben möchte Aber in gewissen Situationen Du doch auch!

00:15:54: So ein Beispiel,

00:15:55: nennen wir mal ein Beispiel.

00:15:56: Ich muss keine Gedanken machen.

00:15:57: Keine

00:15:57: Ahnung du möchtest doch... ...du möchtes doch auch die Macht haben.

00:16:01: am liebsten hättest du doch die macht sämtliche Konzertprogramme so gestalten zu dürfen wie du das gerade möchtet.

00:16:07: Wie du das für richtig hältst.

00:16:08: Machst du das nicht?

00:16:10: Doch schon auch.

00:16:11: aber jetzt stell dir vor ich du könntest jeden Konzernveranstalter dieser Welt egal wen auf der ganzen weiten welt dazu bringen zu sagen

00:16:19: Ja

00:16:20: Frau Staubach Machen Sie mal!

00:16:22: Wir haben da vollstes Vertrauen in, dass wir das jetzt machen.

00:16:27: Aber ich wüsste nicht, ob ich das wollen würde?

00:16:29: Ich lasse mich da auch gerne inspiratorisch befruchten...

00:16:34: Aber das schließt sich für mich gar nicht aus.

00:16:36: Also ich träume nicht von einer Macht die diktaturische Sinfob von.

00:16:40: Ich sage und um mich herum sind alle nur Speichellecker-und-Jahrsager Das, das jetzt nicht.

00:16:47: Aber

00:16:47: dann wäre es die letzte Folge

00:16:49: gewesen.

00:16:49: Dann wäre das jetzt so ein Unschluss!

00:16:53: So, Fanny und Frodo sind zu tiefgreifenden Erkenntnissen während dieser Folge gelangt und haben leider den Podcast eingestellt.

00:17:05: Eine tragfähige Ebene war hat nicht mehr gefunden.

00:17:13: Ja, es ist eine wahnsinnig schwierige Sache.

00:17:15: Also du hast gerade eben auch das Wort Powerful verwendet aber nicht Machtvoll.

00:17:23: Aber das ist ja einfach die Englische Übersetzung?

00:17:25: Ja!

00:17:25: Aber es fühlt sich doch anders an.

00:17:27: oder Powerfull macht ist für mich da klingeln alle Alarmglocken

00:17:32: Echt?

00:17:33: Alle Alarmglocken.

00:17:34: Und es ist außerdem auch

00:17:35: so... Du bist zu gut christlich erzogen von mir, du bist einfach immer mit den Ohnmächtigen!

00:17:41: Immer mit den Schwachen!

00:17:41: Ich bin Christus!

00:17:44: Aber schau mal zum Beispiel der Machiavelli, sagt dir was in seinem Fürster definiert also in seinem Werk Fürst.

00:17:53: der Fürst definiert der Macht das zentrale zielpolitische Führung, wobei dieser Macht erhalt wirklich über allem steht.

00:18:03: Über Moral, über Ethik, über allem.

00:18:06: und diese Machiavellismus wird eben auch taucht auch in der Psychologie wieder auf, in den Persönlichkeitsmerkmalen.

00:18:15: Und dieser ist eben auch Bestandteil von diesem Konzept.

00:18:20: dunkle Triade heißt das, wo unter anderem dazu gehört Narzissmus eben besagter Makiavalismus und auch subklinische Psychopathie.

00:18:31: Jetzt kannst du mir nicht erzählen dass es nicht in Konnotation von Negativität doch auch sehr stark auftaucht.

00:18:41: Ja da würde ich jetzt sagen die Dosis macht das Gift ganz klassischer

00:18:49: Ein bisschen Nazismus und so ein bisschen Psychopathie.

00:18:53: Inmaßen ist super, schmeckt super!

00:18:56: Ja es ist irgendwie, wenn's krankhaft ist das ist vollkommen klar.

00:19:00: natürlich dass da auch Leute das Diktator sich an sich selber berauschen oder Monarchen oder sowas Das ist ja in der Geschichte so häufig vorgekommen, das sieht man hier immer wieder.

00:19:12: Oder man schaue jetzt auf den Trumpismus in den USA momentan Da berauschet sich auch jemand an sich selbst Aber ... und dass das nicht gesund ist, liegt auf der Hand.

00:19:24: Das ist immer eine Sache.

00:19:25: im Endeffekt, komm ich wieder jetzt?

00:19:28: Ich weiß gar nicht, wie ich dahin gelang, aber es steht nirgendwo in meinen Notizen hier mit diesen USA-Zwanderer-Fünfzig Jahre Unabhängigkeit.

00:19:33: Ja!

00:19:34: Aber diese Erfindung von sozusagen zu sagen okay wir machen Checks and Balances.

00:19:39: Was haben die nicht erfunden?

00:19:40: Es gibt ein Konzept seit den alten Griechen.

00:19:42: Aber diese Gewaltenteilungen und das dann wirklich zu sagen Okay wir müssen uns ein System überlegen dass quasi ausgleich, das niemand wirklich auf Dauer zu mächtig werden kann.

00:19:53: Sondern dass es immer einen Contrapart gibt der gegensteuern kann und dass es im Endeffekt immer darum geht den anderen Part auch mitnehmen zu dürfen so dass eben die Wahrscheinlichkeit zumindest minimiert ist dass jemand zum allein Herrscher werden kann uns quasi zum Tyrannen werden kann.

00:20:10: und in dem punkt finde ich dann macht Nicht schlecht, weil das ist ja auch ein Machtpunkt.

00:20:16: Allein sich zu überlegen man macht einen Ausgleichssystem an dem mehrere Teil haben und es mehrere mächtige Parts irgendwie gibt die aber sich dadurch im gesamten alle Macht teilen müssen wieder.

00:20:29: Das finde ich eine grandiose Überlegung und da finde ich's eben überhaupt nicht negativ obwohl ich den natürlich diesen pathologischen Sinn Vorgeführt hast.

00:20:39: du, das kann ich natürlich total sehen.

00:20:41: Aber wir waren eigentlich bei James Brown, ne?

00:20:44: Wir sind schön abgeschwiffen!

00:20:47: Ja aber es hält einen ja auch irgendwie ... Also man merkt das vielleicht euch da draußen geht das ja vielleicht auch so... Sobald man da anfängt darüber nachzudenken was das eigentlich ist treibt es einen unglaublich um.

00:21:02: Es

00:21:02: ist so schwierig zu greifen und es bestimmt aber gleichzeitig unser aller Leben so krass.

00:21:07: Deswegen ist es so doll, wenn dann James Brown so ein Lied raushaut, dass ich gleich mir mal anhören muss.

00:21:14: Wo er das die ganze Zeit propagiert und sagt, ihr wart immer die Ohnmächtigen!

00:21:19: Und euch wurde immer gesagt, ihr seid die Ohnnmächtige.

00:21:22: aber nein... Ihr seid auch mächtig!

00:21:24: Ja.

00:21:25: Das ist ja eine tolle Sache.

00:21:42: Lasst uns reinhören.

00:21:52: Gerne Da hast du jetzt den vollen

00:22:01: Funk, den Wegbereiter des Fangs.

00:22:03: Ich finde, du hast ihn sehr gut beschrieben.

00:22:05: übrigens gerade dieses Textlastige und dieses schwer greifbare Melodischverludes so vom Aufbau.

00:22:12: Du hast dieses stark Rhythmus getriebene und sehr stark auf den Text fokussierte.

00:22:17: Das finde ich hast du wirklich gut beschreiben.

00:22:19: also da habe ich sehr sehr wiedergefunden als ich es mir gerade angehört hab Und was ja wirklich doll ist das er er ruft ist kein einziges mal ne?

00:22:27: Das machten wir nur dieser Kinderchor.

00:22:29: Genau sind diese Kinder, ich weiß nicht ob es nur Kinderstimmen sind aber es ist unverkennbar dass Kinderstimme dabei sind und das ist so.

00:22:36: dieses Gefühl von also dieses Wir-Gefühl erzeugt direkt von Anfang an diese Gemeinschaft und ja die Musik irgendwie eher minimalistisch gehalten damit wirklich... der Text durchkommt und es ist für mich auch so ein Protestmusik tatsächlich.

00:22:54: Absolut!

00:22:54: Also,

00:22:55: es ist so spannend weil wenn du das Lied wirklich hörst sind so knapp drei Minuten und du wartest eigentlich das was kommt

00:23:03: Aber es kommt nicht.

00:23:04: Es bleibt die ganze Zeit so.

00:23:07: Ja aber dadurch hängt es einem ja auch irgendwie man kriegt es immer wieder eingehemmert.

00:23:14: Das ist dann ja die große Stärke in diesem Song.

00:23:17: eben diese Grundaussage da drin in Form von jetzt sagt es doch mal laut, also das bleibt einem ja irgendwie hängen.

00:23:25: Ich werde den Song jetzt auf jeden Fall nie wieder vergessen, das kann ich dir sagen!

00:23:27: Das ist schön!

00:23:29: So und jetzt die große Aufgabe, die Brücke zu schlagen.

00:23:32: Zu den vier ernsten Gesängen vom

00:23:34: Graf.

00:23:35: Nee aber tatsächlich was mir da auch gekommen ist, also gut vergleichen müssen wir das jetzt auch nicht, Diese musikalische Anlage, was in dem zweiten Lied der vier ernsten Geseng von Brahms permanent auftaucht ist diese schattenartige Unisonomotiv.

00:23:53: Also das, was man direkt am Anfang gleich hören wird, durchzieht ja das ganze Stück und unisono bedeutet so dass die Stimmen dieselben Stimmen sind.

00:24:03: also es gibt nicht zu viel Information eigentlich.

00:24:07: Es klingt leer vielleicht auch.

00:24:11: Und diese Schlichtheit und diese Lehre, dieses im Hintergrund treten ist doch irgendwie auch... Auch wenn es natürlich eine völlig andere Sprache ist aber dem Fang gleichzusetzen.

00:24:23: Das wirklich der Text?

00:24:24: Steile Tese, Fanny!

00:24:27: Aber ich kann sie nicht mit.

00:24:29: Ich stütze Sie.

00:24:30: Danke!

00:24:33: Nein, wirklich ohne Witz.

00:24:34: Ich finde die gut, wäre ich jetzt nicht draufgekommen, aber es stimmt.

00:24:38: Auch dadurch durch diese Lehren kommt sehr viel Fokus auf einmal den Inhalt, der gesagt wird.

00:24:44: Und auch also diese Lehre wird so lange gezogen bis eine Generalpause kommt und nach der Generalpause in dem Lied von Brahms kommt quasi die Quintessenz?

00:24:55: Absolut!

00:24:56: Wir haben uns gerade eben bevor wir die Folge losgemacht haben müssen wir ja ehrlich sein nochmal gefragt warum will eigentlich das Thema Macht genommen zu diesem Lied?

00:25:06: Ich muss ehrlich sagen ich glaube mich hat tiefe Depression, die in diesem Lied irgendwie drinnen steckt.

00:25:14: Ich gedacht okay, die möchte ich nicht noch weiter unterfüttern sondern ich möchte das auf eine andere Ebene bringen weil ich finde es ist vor allem... Es ist die Kehrseite von Macht auch da der Schatten von macht nämlich die Ohnmacht.

00:25:29: Das für mich ein wahnsinnig ohnmächtiges Lied.

00:25:32: geht dir das auch so

00:25:34: Ja, und das ist das was ich zu Beginn auch gesagt habe diese Form von Naturgewalt.

00:25:40: So ist es!

00:25:41: Und wir können wir sowieso nicht.

00:25:43: Wir können gar nichts rühren und dass ist eigentlich die höchste Form von Ohnmacht.

00:25:48: Und dazu braucht es eben irgendein Gegenüber irgendetwas was die Macht inne hat.

00:25:54: Textlich ist das ganze ja tatsächlich eine konsequente Fortführung vom ersten Lied also von unserer letzten Folge von unserer Zeit Folge, wo wir ja auch einen Text, ein Bibeltext aus dem alten Testament aus dem Buch Prediger hatten.

00:26:08: Und das ist jetzt auch aus dem Book Prediger quasi nicht weit von der Textstelle, die wir das letzte Mal bei dem Lied hatten weitergeschrieben und den lese ich vielleicht einmal vor damit alle denen auch präsent haben.

00:26:27: Gottes Willen, blasphemie im Popkast.

00:26:30: Du hast grad so eine Haltung eingenommen!

00:26:31: So ja, Burgschaus-Spieler Fränrik Schauhoff liest ihnen aus Prediger.

00:26:37: Ich wandte mich und sah an alle die Unrecht leiden unter der Sonne.

00:26:42: Und siehe da waren Tränen derer Die Unrecht litten und hatten keinen Tröster Und die ihnen Unrecht täten Waren zu mächtig dass sie keinen Tröster haben konnten.

00:26:56: Da lobte ich die Toten, die schon gestorben waren.

00:27:00: Mehr als die Lebendigen, die noch das Leben hatten und der noch nicht ist – ist besser als alle beide!

00:27:08: Und des bösen Nicht-Inne wird, dass unter der Sonne

00:27:11: geschieht.".

00:27:12: Sprich?

00:27:14: Wenn es uns hier gar nicht in diesem kosmischen Umfeld gäbe, wäre es uns eigentlich am besten ergangen….

00:27:21: Ja.

00:27:22: Wow...

00:27:24: Das ist das was ich meinte mit dem depressiven Text im Endeffekt, wie man das sehen könnte.

00:27:28: Dem Brahms aber auch nicht komplett nachgeht finde ich weil Brahms... Also es gibt diese Zeile.

00:27:35: da lobte ich die Toten die schon gestorben waren mehr als die Lwendigen die noch das Leben hatten und der noch nicht ist besser als alle beide.

00:27:42: Das ist genau das was du vorhin mit diesen Unisono geführten sehr leeren Zeilen.

00:27:46: Da kommt das am stärksten raus und die Phrase geht immer nur nach unten, ne?

00:27:50: Das ist so... es singt ab ins Düstere und es ist wirklich... oh!

00:27:55: Es ist alles vergebens und alles macht alles keinen Sinn mehr und alles ist eigentlich nur noch schrecklich.

00:28:01: Und dann mit dieser letzten Zeile Obwohl dass der Text finde ich gar nicht unbedingt so hergibt und des bösen Nicht-Inne wird das unter der Sonne geschieht dreht Brahms das irgendwie zu so einem?

00:28:15: Nee, nicht mit mir.

00:28:16: Sondern es kommt irgendwie ... kämpft es sich da wieder raus aus dieser tiefen Depression in die es reingeraten ist?

00:28:23: Das

00:28:23: war so ein nettes Zitat.

00:28:27: Ah den Münchhausen!

00:28:28: Ja genau!

00:28:29: Der Lügenbaron Münchhausen von dem wird ja erzählt er habe sich einmal oder er selber erzählt das natürlich.

00:28:36: Er habe sich mal am eigenen Schopfer aus dem Treibsante herausgezogen Und ich finde, so wirkt dieses Lied auf mich.

00:28:44: Diese letzte Phrase von Nein?

00:28:47: So lassen wir das hier nicht stehen!

00:28:49: Es gibt ein weiter und... Diese ganze Phrase quält sich da wirklich in die Höhe wieder raus.

00:28:56: Das sind ja sechs lange Taktenachspiel mit Quellerei, mit wohin geht es bis dann letztendlich die Erlösung doch kommt?

00:29:05: und ich finde eigentlich du sagst Brahms unterstützt den Text nicht.

00:29:08: Ich finde er macht tatsächlich dreht das Ganze sogar ins Gegenteil.

00:29:12: also diese Textstelle dass Die Unrecht litten hatten keinen Tröster.

00:29:20: Es gibt eines der wunderschönsten ganz kurzen Klavier-Zwischenspiele, das ist absolut der Tröster.

00:29:27: Also er bringt eigentlich alles was fehlt...

00:29:31: Und die ihnen Unrecht täten waren zu mächtig dass sie keinen Tröstar haben konnten.

00:29:36: also diese Vorstellung von okay es gibt Leute die tun anderen Menschen Unrecht aber die kannst du gar nicht mehr trösten.

00:29:45: selber diesen auch unglücklich.

00:29:47: Aber die sind so mächtig, dass sie gar kein Tröster mehr haben können.

00:29:49: Was für eine schlimme Aussage im Endeffekt!

00:29:53: Hast du auch dieses Gefühl, dass es sowas gibt?

00:29:57: Also das es Leute vielleicht gibt, die zu mächtigt

00:29:59: sind?!

00:30:01: Ich denke da immer an eine Szene aus Schindlers Liste wo der Armand Göth dieser Kommandant im KZ steht doch immer oben auf seinem Balkon und schießt mit einem Snipergewehr einfach wahllos gefangene im Kz nieder.

00:30:15: Und dann hatte doch einmal nachts Stock besoffen eine Diskussion mit Schindler, wo es darüber geht was ich glaube sogar was macht ist.

00:30:26: Und dann sagt Schindlert das mächtigste was man tun kann ist vergeben weil jemandem töten können.

00:30:31: okay klar diese klassische Ich hab die Macht überleben und tot Das würde jetzt jeder Mensch im ersten Moment sagen.

00:30:37: aber er sagt dann eben Aber es gibt noch eine Sache die ist noch größer nämlich sagen Du hast gefehlt Aber ich vergebe dir trotzdem.

00:30:47: Du bist schuldig, aber ich vergeb dir trotzdem und das natürlich in der Böse gedreht da auf diese doch unschuldigen Juden die nur im Kassett sind falls sie jüdisch sind und eigentlich sonst sich nichts zu Schulden haben kommen lassen.

00:31:00: Aber dieser Amalgütte hat versucht dann am nächsten Tag glaube ich einmal zu vergeben und schafft es nicht wirklich.

00:31:06: also so ganz kurz.

00:31:07: er sagt das einmal Kurz, man laufen nur um dann wenige Augenblicke später doch wieder zu seinem... ...schlimmen

00:31:17: Mordwerkzeug zu greifen.

00:31:18: Das ist Wahnsinn!

00:31:18: Weil der macht immer die Machtlosigkeit, wenn er über alles reintricht.

00:31:23: Aber der hat auch keinen Tröster.

00:31:25: Wer soll diesen selbstgerechten sich Gott gleich fühlenden KZ-Kommandanten in diesem Moment beikommen?

00:31:33: Es ist unmöglich.

00:31:34: Er ist erst möglich in der Sekunde, in der Nazi Deutschland besiegt ist und seiner Strafe selber.

00:31:40: Da ist er dann ohnmächtig, weil es eine andere Justiz gibt die über ihn geurteilt hat.

00:31:44: Heavy, heavy sind wir hier!

00:31:47: So kann

00:31:48: man jetzt zum Ende... Weißt du woran mich das noch erinnert hat?

00:31:51: Dieses Ende wo er sich wieder am eigenen Shop vorauszieht an den letzten Zeilen des Harlequins in der Oper-Ariaten auf Naxos von Richard Strauss

00:32:00: Die da lauten?

00:32:01: Die da Lauten muss dich aus dem Dunkel heben.

00:32:05: wer is auch um neue Qual.

00:32:07: leben musst du liebes Leben Leben noch dies eine Mal.

00:32:12: Das ist so ein Satz, muss ich ehrlich sagen.

00:32:14: es gibt doch manchmal so Sätze.

00:32:16: da bin ich so froh über diesen Beruf dass diese Zeilen die tragen einen durch viel im leben musste ich daraus heben aus diesem ganzen dunkel was da ist.

00:32:25: und das macht Brahms auch und deswegen ist es im endeffekt so schön weil es ist so.

00:32:29: es ist zu tief verzweifelt es ist zutiefst am boden Es gibt sich dem Ganzen auch hin es sinkt da rein Um aber zum Ende doch wieder zu sagen, nein das Ende ist es nicht.

00:32:38: In diesem Sinne?

00:32:39: Gehen wir rüber und musizieren das!

00:32:42: Ab ans Klamir!

00:32:44: Habt eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal!

00:32:47: Ciao ciao.

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